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MATERIALFILME LIVE VERTONT > Pop/Rock  |  Performance  |  Avantgarde
13/04/2019 - 13/04/2019 - Leipzig - UT Connewitz
Performing Artists:

Andrea Belfi
Flying Moon In Space
Als progressiveVertreterinnen des Undergroundfilms der 60er und 70er Jahre vollziehen Wilhelmund Birgit Hein eine radikale Abkehr vom Erzählkino. Anti-illusionistisch undnicht-unterhaltend sind ihre Materialfilme, von denen wir eine Auswahl sehen.Die physische Präsenz des analogen Filmstreifens und die technischenVoraussetzungen seiner Vorführung, die ansonsten im Verborgenen verbleiben (diezum Abspiel benötigten Perforationen etwa, die Tonspur oder der bei der Vorbereitungentstandene Ausschuss) bilden in W+B Heins Arbeiten wiederkehrende Elementegenauso wie Zurichtungen des Zelluloids. Fragmente und Überbleibsel üblicherweisenicht sichtbarer Start- und Endbänder von 35mm-Kopien, deren Zerkratzungen undeinzelne Bildkader unbeachtende Neuanordnungen bilden, bilden den Bestandteilvon „Materialfilme“. „625“ besteht aus mit wechselnden Unschärfenvom TV abgefilmten und negativ reproduzierten, körnigen Rastern, die sich auf625 Zeilen verteilen.
I T O E, Andrea Belfi und Flying Moon in Space, die auf je eigene Weise an derSchnittstelle von Ambient, Kraut und Psychedelia arbeiten, werden je einenMaterialfilm live und exklusiv vertonen. Der Sechser Flying Moon in Spaceklingt, als käme er from Outta-Space. Mit viel Effektrückenwind erzeugen siegroovenden, harmonischen Progrock und gelegentlich harte, eruptiveJam-Passagen. Solo-Schlagzeuger Andrea Belfi bespielt gleichzeitig einspartanisches Drum-Set und verschiedene elektronische Tonerzeuger und lässt soseine ein reiches Klangspektrum generierenden Spieltechniken mit den Texturender Synthesizer verschmelzen. Freiheit in der Struktur und Synthies auch bei IT O E, die ihre Klangradikale zusätzlich mit Gitarrenschleifen undgelegentlichen Saxophonspuren anreichern und in hypnotischen Repetitionenaufgehen lassen.
In SECRETSHOW arbeitet deritalienische Musiker und Medienkünstler Andrea Marinelli mit den nahezuvergessenen ästhetischen Potenzialen von Overheadprojektoren. Im Zusammenspielmit elektronischen Klanglandschaften improvisiert er jedes Mal aufs Neue eineeinzigartige Erfahrung aus Licht und Sound. Die audiovisuelle Performance nutztdie Besonderheiten städtischer oder musealer Orte, die Farben und Texturen derWände, die Verwinkelungen von Räumen. Fotografien von Gesichtern, Masken undStatuen überlagern einander, Schatten interferieren und verschwinden, die sonstso definierte Kadrage des Bildes unterliegt einer konstanten Veränderung.Gealterte Filmstreifen spielen mit der Aura des Ikonischen, während Tonaufnahmenvon verschiedenen Sprachen und Dialekten multiple Bedeutungsfelder eröffnen,Geheimnisse lüften und wieder verschlüsseln. Die u.a. schon auf internationalenFestivals wie dem IFF Locarno gezeigte Show variiert der Mailänder Künstlerauch für kleine, familiäre Settings wie etwa private Partys. Für das GEGENkinowird er im Rahmen einer Deutschlandpremiere einen Abend für die akustischen undarchitektonischen Charakteristika des UT Connewitz gestalten.
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