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SHELTER BOY at Ilses Erika > Indie  |  New Wave  |  Surf
21/02/2019 - 22/02/2019 - Leipzig - Tanzcafé Ilses Erika
Performing Artists:

Shelter Boy
Shelter Boy
Sachen machen mit Gitarren, dabei nie das Ziel, den Song, aus den Augen verlieren. So könnte man
den gemeinsamen Grund beschreiben, auf dem sowohl Still Trees als auch Still Trees‘ Simon
Graupner alias Shelter Boy spielen. Er hat sich unter diesem Namen auf diesem Grund einen
Schutzraum für die Kleinode gebaut, die noch einmal anders schimmern als der prunkvolle Still
Trees-Indierock.
Auf seiner ersten Veröffentlichung unter diesem Namen präsentiert er einen Sound wie
Samstagnachmittagslicht, das unaufgeregt und wohlig durch die vier Songs seiner ersten EP strahlt.
Ein Sound, zu dem sich hinreißend herzhaft faulenzen lässt. Aktiv zuhören muss man aber allein
schon, weil es sich lohnt: Sein klarer, nach der simplen Melodie strebender Gesang ist fein
umwoben von ausgetüftelter Arbeit an der Gitarre. Die Verzerrung lässt er draußen, in Shelter Boys
Eigenheim geht es clean, aber nicht steril zu. Dort klingt alles wie sorgsam an seinen Platz geräumt.
Das Gitarrengeschmeide glänzt ganz vorn, gibt den Rhythmusinstrumenten darunter dabei genug
auch Platz, um zu grooven. Alles lässig selbstverständlich angerichtet, ohne beliebig zu sein.
Als Referenz kann man Mac DeMarco genau so in den Raum werfen wie die britischen Bands, die
bereits die Refrains von Shelter Boys Hauptband befruchtet haben. Die Inspiration ist zu hören,
ohne sich im Zitat zu genügen. Er bedient sich dieser Einflüsse, ohne sich von ihnen die Richtung
diktieren zu lassen. Zudem ist die von Shelter Boy emotional flexible Musik: Sie macht sich an
einem „Kein Bock auf Rausgehen“-Regentag drinnen genau so gut wie im warmen Sommerschauer
draußen. Nötigt man ihn dazu, beschreibt er seinen Sound selbst als Dreampop. Wenn man
unbedingt ein Label braucht, dann passt das: Die Gitarrenläufe perlen prickelnd Melodien, die
tagverträumt anmuten und sich Sommers auf der Wiese langmachen, nur um sich im nächsten
Moment zu Hooks aufzuschwingen, die das Mitsingen gut vertragen, wenn nicht herausfordern.
Ein Sound, den man direkt begießen will, in einer Runde von Freunden des durchdachten Pops, um
hinterher noch eine längere Nacht daraus zu machen. Wenn man dann morgens aufwacht, so leicht
breiig im Schädel, auf eine nicht ganz unangenehme Weise, aufsteht und in eine Pizzaschachtel von
gestern tritt mit Pizza drin, lässt man das nicht an sich ran, weil die Nacht zu gut war und der Tag
draußen zu schön ist und Shelter Boy dafür immer noch der richtige Soundtrack. Bald auch auf
Platte und live in allen Farben.
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