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BLANKER HOHN > Pop/Rock
25/08/2018 - Hamburg - Stellwerk Hamburg
Performing Artists:

BLANKER HOHN
Punkrock 5.0 - Blanker Hohn kehrt zurück
 
"Na, Jungs, kennt ihr mich noch?" Freundlich schaut Thomas Ritter auf Pjotr, Pavel, Knall, Mülle und Anti herunter, die fünf Punks auf der Reeperbahn, Ecke Davidstraße. Ebenso freundlich schnüffelt einer der unzähligen Hunde des Haufens an Ritters linkem Hosenbein. Während vier der Punks einfach einschlafen, blinzelt Mülle verquollen zu dem älteren Herrn hoch. "Wenn Du mirn Euro gibst vielleicht..." Und so zieht der Bassist von Blanker Hohn einmal mehr unerkannt davon, seinem täglichen Einkauf bei Aldi entgegen. 
 
Dieses Szenario wiederholt sich wöchentlich, aber in Zukunft dürfte Ritter wieder mehr Erfolg haben - Blanker Hohn, die Punklegende aus Hamburg-Harburg, hat sich für ihr zweites Revival reformiert. 14 Jahre war es still geworden um die Band, um die es zuvor schon mal 10 Jahre still war. Ihre aktivste Zeit liegt nunmehr fast 30 Jahre zurück. Nun kündigen sie "Punkrock 5.0" an. Was heißt das? Eine total vernetzte, interaktive Experience? Ein Webevent der Sonderklasse? "Ja, vielleicht auch, je nachdem, ob ich meinen C64 nochmal zum laufen kriege", sagt Sänger und Bandtüftler Oile. "Vor allem aber heißt das, dass wir alle entweder schon jenseits der 50 sind oder stramm auf die 50 zugehen." 
 
Sie wollen es also noch einmal wissen, die Altpunks, die mit Hits wie "Clausthaler" oder dem "Feuerwehrlied" den Deutschpunk der 80er mitgeprägt haben. "Punk ist nicht totzukriegen." sagt Gitarrist und Songschreiber Frank Rosner. "Guck dir doch diese eine Band an, da, diese eine, die jetzt auch wiederkommt." UK Subs? "Nee, die andere."
 
Anfang Januar stehen Proben an, dann wird es einen Gig geben. Nur einen? "Mal kucken", sagt Gitarrist Schwartau." Wenn es richtig gut läuft, werden es vielleicht auch mehr. Wir haben Anfragen nach ganz Deutschland." Aus ganz Deutschland? "Nein, nach. Rausgeschickt. Aber bis jetzt hat noch niemand geantwortet."
 
Viele Proben werden es nicht werden, sagt Oile. Man hätte die alten Stücke alle noch drauf. "Das hängt auch mit dem Langzeitgedächtnis zusammen, das prägt sich ja im Alter stärker aus. Im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis." Nachdenklich schaut er zum Fenster hinaus. "Viele Proben werden es nicht werden," sagt er dann. "Wir haben die alten Stücke alle noch drauf. Das hängt auch mit dem Langzeitgedächtnis zusammen, das prägt sich ja im Alter stärker aus. Im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis."
 
Außerdem hätten die Bandmitglieder nicht viel Zeit. "Beruf, Familie, Rente, da bleibt nicht viel Zeit.", sagt Schlagzeuger Lorenz Ritter. "Ich selbst muss gucken, wo ich die Probenzeit hernehme, neben meiner 60-Stunden-Woche in der Werbung." Werbung? "Klar, Mann, ich bekämpfe das System von innen heraus! Schon seit 28 Jahren!" 
 
Punkrock 5.0 - wir dürfen uns auf einiges gefasst machen.
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