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Someday Jacob >
02/03/2018 - 02/03/2018 - Oberhausen - Druckluft
Performing Artists:

Aufihrem letzten Werk haben Someday Jacob die goldene Sonne Kaliforniensüber der norddeutschen Tiefebene aufgehen lassen: „It Might Take AWhile“ trug an vielen Stellen die DNA des 70s-Folkrock in sich undverwob liebevoll mehrere Dekaden Popmusik zu einem ungewöhnlichenWerk. Überall Melodien! Man wusste gar nicht, wohin man zuerst hörensollte. Die Arbeit am Lied: Darum geht es bei dem Quartett um Sanger,Gitarrist und Songschreiber Jörn Schlüter. Nicht um schnelleSchlüsselreize, nicht um Selbstinszenierung – und ganz gewissnicht darum, besser als die anderen zu sein. Musik ist keinWettbewerb, sondern ein Gespräch. Ist sie es nicht, fühlt sie sichleer an. Jeder weiß etwas Gutes: „Everybody Knows Something Good“.Für das ebenso betitelte neue Werk – es ist insgesamt das dritte –gehen Someday Jacob in die Stadt. Evozierten die Lieder desVorgängers Walder und Schluchten, wird der Ton nun etwas konkreter,direkter – „Everybody Knows Something Good“ ist eher ein Hausals eine Wiese. „Die Lieder von der Platte kamen uns wie einVersteck vor, vielleicht eine Hohle oder ein Baumhaus“, erklärtSchlüter, „die neuen Songs hatten dagegen etwas Unmittelbares,Offenes und Klares. Wir wollten einen Sound, der das ausdruckt.“Den richtigen Mann dafür fanden Someday Jacob, wie schon zuletzt, inNashville: Der Grammy®-dekorierte Rick-RubinSidekick Ryan Hewitt(Red Hot Chilli Peppers, Johnny Cash, Avett Brothers, Angus &Julia Stone) setzte die Aufnahmen des Quartetts in Szene. Das Masterstammt wieder von Richard Dodd (Tom Petty, George Harrison). Dass dieZusammenarbeit zwischen den Kontinenten ganz wundervoll funktioniert,hört man zum Beispiel bei „Slow Down“: Das Lied ist ganz und garSomeday Jacob, doch es mischen sich Assoziationen des Late-Seventies-L.A.Sounds hinein, wie z. B. Lenny Waronker ihn für RickieLee Jones oder die Doobie Brothers erschuf. „Hands Of Love“dagegen führt geradewegs in das von Musikern wie Jason Isbellbewohnte Americana-Nashville der Gegenwart. Und das bittersüße„Your Medicine“ evoziert den sanften Songwriter-Pop von JoshRouse bzw. Fleetwood Mac. Und wieder sind überall Melodien! SomedayJacob haben Lieder aufgenommen, deren sanfte Euphorie glücklichmacht und deren feine, unprätentiöse Sensibilität bewegend ist.Dabei waren Someday Jacob nicht sie selbst, wenn nicht auch dasBrüchige, Kantige in ihrer Musik steckte. Hohepunkte sind das mitdunklen Streichern illuminierte „Man without a Cause“ oder dasetwa an Rodriguez oder den frühen Jose Gonzales erinnernde „Sorrowand a Song“. Apropos Sorrow. Ein Großteil dieses Albums nahmseinen Anfang im Marz 2016, als Schlüter bei einem medizinischenNotfall in New York City fast ums Leben kam (es ist aber alles wiedergut). Bremse treten, Luft holen, nachdenken: Die Zwangspause in einemNew Yorker Krankenhaus führte zu der unausweichlichenBestandsaufnahme, was einem im Leben wichtig ist, und wurde zurQuelle für einen Großteil der neuen Songs sowie den Namen desAlbums. „Ich schätze, in dem Titel steckt für mich etwasTröstliches“, sagt Schlüter, „nicht so viel rennen, gut seinlassen, lieber stillhalten, das versuche ich mir wohl klarzumachen.“Und so gibt es auf „Everybody...“ eine ganze Reihe von NYCVerweisen, beim irgendwie an die Ostküste erinnernden Artwork sowiebeim Opener „Leaving New York“, aber auch in der Momentaufnahme„Your Medicine“ oder dem New-York-Suchspiel „Slow Down“ –wer alle Clous lost (Antworten bitte an info@ somedayjacob.de),bekommt von der Band bei Gelegenheit ein Bier ausgegeben. Bei alldemdurchzieht natürlich der musikalische Charakter von Someday Jacobauch das neue Repertoire: Man spürt die ungemeine Entspannung indieser Musik, die entschleunigt und tief durchatmen lasst und beiallem Schmerzlichen und Unauflösbaren sagt: Hinter den Bergen istRuhe.

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