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Zoot Woman > Electropop  |  Elektronik
17/10/2017 - Leipzig - Täubchenthal
Performing Artists:

Zoot Woman
JATA
ZOOT WOMAN
Sind wir nicht alle ständig auf derSuche? Nach Liebe, Anerkennung oder einfach bloß Lösungen? Nach Erfüllung,Bestätigung oder was auch immer wir gerade vermissen? „Irgendetwas fehlt unsdoch ständig“, sagt Johnny Blake, Sänger der britischen Elektropop-Band ZootWoman. „Wir empfinden stets Sehnsucht und suchen oder streben nach dem, was wirnicht haben können. Auf unserem neuen Album zieht sich das wie ein roter Fadendurch die meisten Songs. Sie handeln von der Abwesenheit verschiedensterDinge.“ „Absence“ heißt die Platte – das nunmehr fünfte Album von Zoot Woman.
Nach einer ausverkauften Europa-Tourzu ihrem letzten Album „Star Climbing“ (2014) sowie Festivalauftritten rund umden Globus zogen Zoot Woman sich 2015 ins Studio zurück, um mit der Arbeit anneuen Songs zu beginnen. Und während die Briten bisher nicht unbedingt zu denschnellsten Bands der Welt gehörten – zwischen ihren Alben lagen auch schon malsechs Jahre – flutschte dieses Mal scheinbar alles wie von selbst. „Wenn einSong nicht funktionierte, haben wir ihn sehr schnell fallen lassen, statt wiesonst ewig daran herumzufeilen“, so Johnny. „Dadurch ist die Platte spontanerund intuitiver.“
Diese neue Herangehensweise liegtauch darin begründet, dass Johnny und sein Bruder Adam „Absence“ weitestgehendzu zweit aufnahmen. Gründungsmitglied Stuart Price, der als Produzentinzwischen für Künstler wie Madonna, The Killers und Robbie Williams tätig ist,fungierte lediglich bei drei Stücken als Co-Produzent, den Rest des Albumsproduzierte Adam. „Stuart ist einfach wahnsinnig beschäftigt“, erklärt Johnny.„Außerdem waren die Songs schon sehr komplett, als wir sie ihm zeigten, so dasses für ihn in den meisten Fällen nichts mehr hinzuzufügen gab.“ Als Duoverstehen Zoot Woman sich auch ohne viele Worte. „Adam und ich waren kreativimmer auf einer Wellenlänge“, so Johnny weiter. „Vielleicht, weil wir Brüdersind. Irgendwie ist da eine natürliche Verbindung zwischen uns. Bei dieserPlatte herrschte nicht viel Unsicherheit oder Verwirrung.“
Auch auf „Absence“ widmen Zoot Womansich wieder ihrer ganz eigenen, zeitlosen Sound-Ästhetik, die sich irgendwozwischen Elektronika, Popmusik der Achtziger und Neunziger sowie Rock bewegtund dank der sie seit ihrer Gründung Mitte der Neunziger zu den wichtigsten Vorreiterndes Electroclash gehören. Das Spektrum reicht von dem tanzbaren Eröffnungsstück„Solid Gold“ über das introspektive „Ordinary Face“ und das Sixties-Soulinspirierte „Haunt Me“ bis hin zu der epischen Ballade „Still Feels Like TheFirst Time“ – eine Kollaboration mit niemand geringerem als Kylie Minogue.„Unser Ziel war es“, so Blake, „eine Balance zu finden zwischen älterklingenden Sounds und modernen Synthesizern. Dadurch ist die Platteabwechslungsreicher geworden.“
Gleichzeitig bezeichnet Blake„Absence“ als das persönlichste und ehrlichste Album, das Zoot Woman je gemachthaben. Beim Schreiben habe er dieses Mal besonders stark aus eigenenErfahrungen geschöpft. So handelt „Ordinary Face“ davon, sich alleine undisoliert zu fühlen – von fehlendem Selbstbewusstsein also. In „Indecision“ gehtes um Unentschlossenheit und natürlich spielt auch die Abwesenheit von Liebeeine große Rolle auf dem Album. In „I Said It Again“ zum Beispiel. „Der Songhandelt von Reue und ist eine Art Geständnis.“, so Blake. „Es geht darum, etwasversaut zu haben, indem man etwas Falsches gesagt hat. Fehler, mit denen manLeben muss, weil man die Zeit nicht zurückdrehen kann. Die Abwesenheit vonLiebe ist ein sehr starkes Thema für Songs – über das man von Angesicht zu Angesichtmanchmal nicht sprechen kann, das aber jeder nachvollziehen kann.“
Apropos Abwesendheit: Das Thema desAlbums findet sich auch in dem bewusst schlichten Konzept-Cover wieder. Aufeinem blauen Hintergrund sind in roter Schrift die Worte „Front Cover“ zulesen. „Das Nichts ist ein kraftvolles Bild“, findet Blake. „Dieses Nichts oderdie Abwesenheit von Etwas kann in meinen Augen auch sehr positiv undinspirierend sein. Weil dadurch Platz entsteht, denn man füllen kann.“ So wirdaus dem Nichts plötzlich etwas so Wunderbares wie „Absence“.

Support: JATA
Foto: Jon Furley
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