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glanz&krawall - INFERNO >
03/12/2016 - 04/12/2016 - Berlin - Kleiner Wasserspeicher
Performing Artists:

Alle Jahre wieder: Weihnachtsessen mit der Firma, paar Glühweine auf dem Alex hinter die Binde kippen, kurze Besinnlichkeit, Kaufrausch. Wie wäre es da zur Abwechslung mit einem österlichen Höllentrip? Ein winziger Politikerchor fällt am zweiten Adventswochenende mit Bachs Osterpassionen in Dantes eigens geschaffenes INFERNO im Prenzlauer Berg ein. Mit Bachs zarten Chorälen und wuchtigen Chören rufen diese vier Sängerinnen und Sänger etwas Höheres an, Dante den Teufel auszutreiben.
Glaubt man diesem Besessenen, ist die Hölle ein riesiger Erdkrater, in dessen Mittelpunkt Luzifer im ewigen Eis steckt und Judas und andere Sünder vertilgt. Stufenweise, von Höllenkreis zu Höllenkreis, dringt der lebendige Erzähler Dante in das Reich der toten Sünder vor: korrupte Päpste, gierige Banker und Beamte, politische Verräter fristen hier ihr Dasein; in Loops werden sie gepeinigt. Wem der Erzähler Dante begegnet, entscheidet der Autor Dante Alighieri. Sein privates Urteil wird zum göttlichen Urteil im Inferno, dem ersten Teil der Göttlichen Komödie (1307 – 1321). Aus dem politischen Exil heraus rechnet der Philosoph, Dichter und Politiker so mit der kaputten, frühkapitalistischen Gegenwart ab. Allen voran mit Florenz, der Stadt, die sich dem Erzähler allegorisch bereits im ersten Kapitel entgegenstellt: „Wenn sie gefressen hat, hat sie mehr Hunger als vorher“. 
glanz&krawall lassen Dante sein eigenes INFERNO, seine Bastion im Berlin des Jahres 2016 bauen. Mitten im gentrifizierten Prenzlauer Berg harrt dieser vom Betrieb müde Politiker im Innern eines alten Wasserspeichers aus. Er beobachtet wachsam, was da oben noch vor sich geht: sammelt, ordnet und kategorisiert die täglichen Höllenbilder dieser Republik. Die Zuschauer folgen dem Chor in die Kälte und Dunkelheit dieses Verstecks und werden Zeugen eines letzten großen Schlagabtauschs von Sprache und Musik. So vermessen diese Sängerinnen, Sänger und der Schauspieler Tobias Loth in einer theatralischen Drohkulisse die Grenzen von Verbot und Übertretung.

INFERNO -Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=hRWgWfXMGcM&feature=youtu.be
 

MIT Angela Braun, Miha Brkinjac, Tobias Loth, Susanne Mayer, Laurin Oppermann
 
REGIE Marielle Sterra
MUSIKALISCHE LEITUNG, KORREPETITION Bangin Jung
BÜHNE/KOSTÜME Kim Scharnitzky
DRAMATURGIE Dennis Depta
VIDEO-DRAMATURGIE, KORREPETITON Marion Meyer
VIDEO-RECHERCHE/-SCHNITT Benjamin Kämpfer
LICHT Ismael Schott
PRODUKTION Lara Deininger
REGIE-ASSISTENZ Nofretete Kawano
 
FOTOS/TRAILER Ingo Tesch
 

Kleiner Wasserspeicher Prenzlauer Berg,
Diedenhofer Straße, 10405 Berlin
Samstag, 03.12.2016, 
19 Uhr
Samstag, 03.12.2016,  21.30 Uhr [ACHTUNG: Auf diesem Ticket steht neben der korrekten Einlass- und Startzeit (21.00 Uhr und 21.30 Uhr) auch eine fälschliche Einlass- und Beginnzeit von 19.00 Uhr und 19.30 Uhr im mittleren Feld. Dies ist ein Darstellungsfehler des Tickets. Bitte davon nicht beeindrucken lassen. Einlass ist, wie oben links auf dem Ticket vermerkt, um 21.00 Uhr, Beginn um 21.30 Uhr.]
Sonntag, 04.12.2016,  19 Uhr

TICKETS  14,99 € / erm. 8,99 €

Ermäßigung für Student*inenn, Schüler*innen, Azubis, Renter*innen, Sozialhilfeempfänger*innen, Erwerbslose und Menschen mit Behindertenausweis

Begrenztes Platzangebot! Keine Sitzplätze.

Zieht euch warm an.  (Das ist wörtlich gemeint)


Mit freundlicher Unterstützung der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, des Fördervereins der Hochschule für Musik Hanns Eisler, der Frauenbeauftragten der Hochschule für Musik Hanns Eisler und des Vereins Förderband e.V.
 

glanz&krawall ist ein freies Berliner Musiktheaterkollektiv um die Regisseurin Marielle Sterra. Mit Musik- und Sprechtheaterschnipseln schaffen sie neue, skurrile Sound- und Bildwelten: Schreibmaschinen und Mülltonnen erwachen durch mittelalterliche Gesänge zum Leben. Technobeats fressen Alban Berg-Motive. In ihren Arbeiten räumen glanz&krawall den Schutt der Rezeptionsgeschichte beiseite und legen die menschlichen Verhaltensweisen der Figuren frei, ohne diese moralisch zu bewerten. Und bevor sich die Darsteller an die Guckkastenrampe klammern wie das Publikum an die Sessellehnen in der 17. Reihe, reißen Sterra und ihr Krawalltrupp diese Schutzmechanismen des Apparats ein. Sie spielen in Clubs, Amphitheatern, Krankenhäusern und glitzernden Scherbenhaufen. Zuschauer und Akteure kommen sich plötzlich ungewöhnlich nahe und die Stimmlosen, Degradierten, ums Überleben Kämpfenden ergreifen das Wort. 
www.glanzundkrawall.de

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